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| Ödipus tötet Laios: Römischer Sarkophag-Deckel 3. Jh. n. Chr. - Rom, Via Latina |
Schwellfuß
(Grundriss des Schmerzes)
Erst in nächtlicher Einsamkeit
vermisst du des Vaters Leichnam
die Berge im Regen
das Wasser mit Ebbe
mit Flut
und je länger die Nacht dauert
je weniger bist du Ödipus selbst.
Miroslav B. Dušanić
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| Antoni Stanislaw Brodowski - Oedipus and Antigonе |
Gewaltiges regt, Gewaltiges auf
Der weise Vogeldeuter;
Das weder klar ist noch sich leugnet,
Und was ich sagen soll, ich weiß nicht,
Flieg aber in Hoffnungen auf,
Nicht hierher schauend noch rückwärts.
Denn was ein Streit ist zwischen
Den Labdakiden und Polybos' Sohn,
Nicht vormals hab ich's
Gewusst, noch weiß ich jetzt auch,
In welcher Prüfung
Ich begegne
Der fremden Sage von Ödipus,
Den Labdakiden ein Helfer
Im verborgenen Tode.
Sophokles : Ödispus der Tyrann
/Übersetzung von Hölderlin/
Besten Dank an Paul Spinger!


7 Kommentare:
Den Titel verstehe ich überhaupt nicht im Zusammenhang mit Inhalt ...
Lieben Gruß
ELsa
Liebe Elsie,
dann ist die Zeit - vielleicht - dass Du Dich auch, mit dem Ödipus-Mythos ein bisschen beschäftigst…
Dein @miro
Lieber Miro,
ich bin schlechtweg ein Idiot. Natürlich habe wieß ich von Ödpius und dem Mythos. Aber die Übersetzung des Namens habe ich bis jetzt - Dank deines Gedichtes -nicht gekannt oder mich nicht dafür interessiert, keine Ahnung.
Sowas!
Lieben Gruß
ELsie
Auf den Vater nicht mehr
Einversüchtig sein,
Ihn schmerzlich vermissen,
Einsam trauern ohne Tränen,
Das ist
Ältern werden,
Als man je wollte.
Lieber Paul,
ich gestehe, dies Gedicht ist sehr biographisch und für mich sehr wichtig.
….selbstverständlich dass das Altwerden, die Reife, gewisse (Lebens-)
Erfahrungen große Rolle spielen, letztendlich, die Sichtweise ist ein Teil
des Lernprozesses, sie ändert und korrigiert sich sehr oft…
aber von Dir an den Freud führendes, psychoanalytisches Sezieren hat
mit meinem Gedicht, mit mir und meinem Problem nicht zu tun (wobei
sich Psychologen und Psychiatern gern an diese Auslegung des Ödipus-
Mythos klammern). Um das Gedicht „richtig“ - so wie ich mir dachte -
zu interpretieren, musste man (wahrscheinlich ausführlich) meinen
Lebenslauf können.
…nicht dass Du mich falsch verstehst, man kann mein Gedicht lesend,
auf die Idee kommen, es nach Freud zu analysieren, aber dann ist es mir
und meinem Leben völlig fremd…
...der Ödipus-Mythos (auch mein Leben) ist viel komplexer als
„vereinfachte freudsche Erklärung“ und mir sind die Auslegungen
von Erich Fromm, der sich an Johann Jakob Bachofen bezieht und von
dem Philosophen Michel Foucault näher als Siegmund Freud …
Danke Dir!
@miro
Lieber Miro, eigentlich wollte ich gar nicht "psychologisieren", muss feststellen, dass ich das mit meinen Zeilen aber getan habe. Wie könnte ich mir das Recht nehmen irgendetwas aus Deinem Leben zu beurteilen? Das kann und will ich nicht. Meine Zeilen fielen mir spontan ein, sind aber überhaupt nicht angebracht.
Deine Zeilen ließen mich an Sophokles denken, daher kam das wohl.:
"Gewaltiges regt, Gewaltiges auf
Der weise Vogeldeuter;
Das weder klar ist noch sich leugnet,
Und was ich sagen soll, ich weiß nicht,
Flieg aber in Hoffnungen auf,
Nicht hieher schauend noch rückwärts.
Denn was ein Streit ist zwischen
Den Labdakiden und Polybos' Sohn,
Nicht vormals hab ich's
Gewußt, noch weiß ich jetzt auch,
In welcher Prüfung
Ich begegne
Der fremden Sage von Ödipus,
Den Labdakiden ein Helfer
Im verborgenen Tode."
Ödispus der Tyrann, Übersetzung von Hölderlin
Lieber Paul,
mache Dir keinen Gedanken - Du hast nur mein Gedicht kommentiert, aber ich wollte den Kommentar in „die richtige Richtung“ lenken (es war für mich wichtig - persönlich sehr wichtig)…
Mit freundlichen Grüßen
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