Herr
Günther Moro, mein Zigarrenfreund mit seinem unverwechselbaren Wienerdialekt,
Seele und Kraftwerk der Autorengemeinschaft ProLyKu, fehlt mir sehr… Er ist in
ewigem Schlaf. Mit ihm ist auch unsre Autorengemeinschaft eingeschlafen.
Schlafe
mein Freund, schlafe… Ich komme bald und wir holen nach: Wir rauchen eine,
vielleicht zwei Zigarren, und gemeinsam schweigen…
Ich war ein Reisender inmitten von Tausenden von Menschen, auf meinem Wege schritt ich zeitlos und raumlos weiter, und trat, ohne es zu bemerken ins Alter ein. Jetzt, in meinem Zimmer erkrankt und vereinsamt, höre ich alltäglich, wie die Zeit im Treppenhaus immer wieder drohend die Stufen hinauf und hinab steigt.
Der Greis erschrak. »Allgütiger Himmel! Es wird ihm doch kein Unheil widerfahren sein?«
»Er war bei dir?«
»Freilich, und meine Magd hat ihn geführt und hat das Sträußlein von ihm gebracht und das Birkenblatt. Und hat mir ausgerichtet: heut will er kommen. Stund um Stund schon warten wir auf ihn mit Schmerzen. Wenn mir der liebe Bruder auch das Birkenblatt geschickt hat und das Sträußlein für mein gutes Weib –«