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| © by Xárene's personal cargo |
Wenn ich nicht schreiben kann,
dann schreib' ich ab.
Was ich nicht leiden kann,
das schneid' ich ab.
Sag Keiner: Mann-O-Mann,
schrieb' ich nicht ab,
blieb' ich zu knapp!
Was ich gestohlen hab'
wird irgendwann
vergessen dann.
Wenn ich erst schreiben kann
wisch ich Schweiß ab.
Gut, daß ich klauen kann,
sonst ab ins Grab
müßte ich dann,
was ich vermieden hab',
Oh Mann Oh Mann!
© by SuMuze
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Antwort der Erdgeister:
Hier: Nimm deinen Wisch zurück;
Such am andern Ort das Glück.
Jetzt liegt deine Schreinwut brach,
Also schlag bei Goethe nach;
Ändere ein bisschen was,
(Siehst du, das macht richtig Spaß.)
Nimm von Brecht noch ein Zitat,
Fertig ist das Plagiat.
P. Spinger
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Heiterer Gemeinplatz zum Wörterklau
(...jenseits der juristisch sehr vage gefassten
Lage zum Thema „Plagiat“)
In einem Ozean von Klängen und von Worten,
von Geist, Gedanken, Tönen, Bilderfluten,
von euch und uns, von ihnen, diesen, jenen,
von ihr und wir, von massig „du“ und „ich“,
von jetzt, von damals, hier und anderorten,
schwimmt diesseits aller Ewigkeiten,
in myriadenfachen Sinnsegmenten,
Buchstaben-, Klang- und Bilderplankton!
Und dieses einzig:
Nur für mich.
Stupides, Aufgemotztes, Reines,
sehr Kluges auch, tiefgründig Feines,
Gepanzertes und filigran Gereimtes,
ein Satzgewimmel, Klares und Verschleimtes
Zerlesen- und Zerhörtes, planvoll gebauter Stuss,
begnadet hohe Kunst, aus 26 Lettern Sinnvereintes,
durchschwimme ich, bisweilen zaghaft,
vermessen - überheblich, voller Demut!
Und dieses meistens:
Mit Genuss!
Nenn mir die unberührten Wörter,
nenn mir die Sätze die noch keiner sprach,
ich dichte mich entlang am abgespulten Faden,
dem mir vertrauten Rhythmus nach,
und wenn in meinem Satzgespinnst
nur längst benutzte Wortgedanken sich verhaken,
dann wär’s wohl künftig besser ich blieb stumm,
als weiter nur als Wörterdieb in Repetition
(Was reimt sich jetzt? Ach, Mist, verdammt!)
ermüdend wie ein Frosch zu quaken:
Quak – Quak!
Gabriele Brunsch