уторак, 29. јун 2010.

Miroslav B. Dušanić: Unendliche kette

Milić von Mačva: Verlassenes Land der heiligen Krieger (Милић од Мачве — Напуштена земља светих ратника)
Unendliche kette

als ob ein jedes auge an der wand erdrückt
weit hinter gottes blick
wo des gerichtes stimme
erschallt zum urteil ohne gunst

zu hunderten und tausenden
— dort im kern des abgrunds
sah ich noch mein land und leute
auf eigener weid und wonne
im schein der alten sonne
und immer
war das volk der peitsche gut

als ob die zeit aus ihren antlitzen verblutet
und wäre alles erfüllt
wenn sie sich quälten
wie hühner wenn
oben der habicht schwebt

Miroslav B. Dušanić

недеља, 27. јун 2010.

Мирослав Б. Душанић: Крив сам! Признајем!

© by DestineyDoesntCare
Крив сам! Признајем!

Господе! Да ли се тајна искупљења
и спасења
само у признању крије?
Ако је тако... Крив сам! Признајем!

Носим са собом то сјеме проклетства
изреченог ко зна кад и којим поводом,
и признајем, све признајем, познато
и непознато,
па и оно накнадно придодато,
што учињена дјела чине још тежим
и трагичнијим.

Крив сам, крив сам и искрено се кајем,
признајем злочине
мојих умрлих предака, моје родбине,
и оних још нерођених
који ће их починити у моје име.

Господе! Ако се тајна искупљења
и спасења
само у признању крије...
Крив сам! Признајем!

Мирослав Б. Душанић

субота, 26. јун 2010.

Poetry in a Global Box: República del Perú

Juan José Soto
Poesía es una antorcha
Enciende palabras
Ojos inmóviles
La ansiosa mirada de la muerte

Encendido rayo cada verso
En el naufragio de la noche
Ileso amante
del fiero abrazo de las peñas
Obstinado mar en la orilla
Ardiente voz de hoguera
Airado verbo
Turbada sangre
Sótano de caos
De hondura a tientas

Poesía colgada en el pecho
Llave maestra
Fiera tenaza de asalto
De lúbrico ardor

Sábana gris en celo
de la mujer que espera
Sed de cielos y tormenta
Indefensa muralla
de palabras
de entrepierna
Y este cuerpo harto en la intemperie
Granizada de precipitado beso
Al otro lado del reino

© by Juan José Soto
“Airado Verbo” (Sol negro editores, 2008)

петак, 25. јун 2010.

Gabriele Brunsch: ...man sagt vom tod...

© by Andrew - Лютеранская 4

...man sagt vom tod...

man sagt vom tod er spiele kleine spielchen.
zertanzt im straffen takt den atem dir
von eins nach zwei - von zwei nach drei...
und sind die würfel gut gefallen,
ist’s gruselspiel vorbei auf vier.

man sagt vom tod er tanze wilde tänze.
tanze in trance. er grinst und kichert irr.
schwingt sich beim zischen seiner sense
durch seufzernetze, schluchzernebel
gespinst aus frost - durchs schmerzgewirr.

man sagt vom tod er hätte einen plan.
man ahnte lange wen er reißend küsst.
das leben trüg den dunklen todesschimmer,
durch jahre, wochen, stunden und sekunden,
weil er von dem verhängnis wüsst.

man sagt vom tod er sei ein guter freund.
hielt dich sein arm sei alles leid vorbei.
so still das lied an deiner totenwiege,
kein wellenschlag, kein tropfenklang,
tonlos die schlummermelodei...

man sagt vom tod dass keiner ihm entkäme,
sinnlos der wunsch, kein quantum kauft uns ab.
dem zirkel seiner macht entrinnen,
herauszuwinden, sich ihm abgewinnen.
schon ausgehoben ist das grab.

© by Gabriele Brunsch

среда, 23. јун 2010.

Ulla Thielenhaus / Elsa Rieger / Miroslav B. Dušanić

© by Ulla Thielenhaus - Empty rooms
climb the winding stairs
upward – stillness behind
your door

there is breathing
close by – as I lean my cheek
against the rough wood

behind it – I remember –
the room like a
rainbow

bedded in clouds – white
and blue-checked
your body
takes

me – the soul
guarded as
Cerberus guards his hell

© by Elsa Rieger
(Translated from german by Prof. Gertrud Grisham)

© by Ulla Thielenhaus - Empty rooms
I know the readiness of your breath 
                                                (adrian munteanu)

many sleepless nights passing
as though you whispered out of the dusk
– unquestioned – the love of being everlasting

your breath does not warm me: soundless it glides
it devours me

hold-fast-hold
no sound
enters this room

Miroslav B. Dušanić
(Translated from german by Prof. Gertrud Grisham)

Nicanor Parra: El Hombre Imaginario


El hombre imaginario

El hombre imaginario
vive en una mansión imaginaria
rodeada de árboles imaginarios
a la orilla de un río imaginario

De los muros que son imaginarios
penden antiguos cuadros imaginarios
irreparables grietas imaginarias
que representan hechos imaginarios
ocurridos en mundos imaginarios
en lugares y tiempos imaginarios

Todas las tardes tardes imaginarias
sube las escaleras imaginarias
y se asoma al balcón imaginario
a mirar el paisaje imaginario
que consiste en un valle imaginario
circundado de cerros imaginarios

Sombras imaginarias
vienen por el camino imaginario
entonando canciones imaginarias
a la muerte del sol imaginario

Y en las noches de luna imaginaria
sueña con la mujer imaginaria
que le brindó su amor imaginario
vuelve a sentir ese mismo dolor
ese mismo placer imaginario
y vuelve a palpitar
el corazón del hombre imaginario.



Човјек измишљен

Човјек измишљен
живи у вили измишљеној
окруженој дрвећем измишљеним
на обали ријеке измишљене

Са зидова измишљених
висе античке слике измишљене
непоправљиве пукотине измишљене
представљају догађаје измишљене
који су се десили у свјетовима измишљеним
мјеста и времена измишљених

Сваког послијеподнева измишљеног
пење се степеништем измишљеним
на балкон са видиком измишљеним
да посматра предјел измишљен
који се састоји из долине измишљене
окружене брдима измишљеним

Сјенке измишљене
долазе путем измишљеним
пјевајући пјесме измишљене
о смрти сунца измишљеног

И у ноћима мјесеца измишљеног
сања жену измишљену
која му је дала своју љубав измишљену
поново осјећа тај исти бол
то исто задовољство измишљено
и поново лупа
срце човјека измишљеног.

/Препјевао Мирослав Б. Душанић/

Мирослав Б. Душанић: Уточиште

© by Francis Peyrat - Feuille (2008)
Уточиште

и рекоше ми
ту гдје сам из сна изашао
и застао
љубав издише
отворених очију
и ћутке
стих по стих

Мирослав Б. Душанић

Мирослав Б. Душанић
Стих
По стих откидају се, и додају се.
Живот цео.

Веселинка Стојковић

уторак, 22. јун 2010.

Franz Kafka: Urteil und andere Erzählungen

© by Antony Hare - Franz Kafka

"Kafka war nicht nur ein Dichter von seltener Intensität der Gesichte, sondern auch ein frommer Mensch, ein religiöser, wenn auch einer von den problematischen, die zum Typus Kierkegaards gehören. Seine Phantastik ist eine glühende Beschwörung der Wirklichkeit, eine dringliche Formulierung der religiösen Existenzfragen."

Hermann Hesse

Fischer Bischerei KG, Frankfurt/a.M. und Hamburg (1960)

Ich habe Angst, daß man nicht genau versteht, was ich unter Ausweg verstehe. Ich gebrauche das Wort in seinem gewöhnlichsten und vollsten Sinn. Ich sage absichtlich nicht Freiheit. Ich meine nicht dieses große Gefühl der Freiheit nach allen Seiten. Als Affe kannte ich es vielleicht und ich habe Menschen kennengelernt, die sich danach sehnen. Was mich aber anlangt, verlangte ich Freiheit weder damals noch heute. Nebenbei: mit Freiheit betrügt man sich unter Menschen allzuoft. Und so wie die Freiheit zu den erhabensten Gefühlen zählt, so auch die entsprechende Täuschung zu den erhabensten. (...)
Nein, Freiheit wollte ich nicht. Nur einen Ausweg; rechts, links, wohin immer; ich stelle keine anderen Forderungen; sollte der Ausweg auch nur eine Täuschung sein; die Forderung war klein, die Täuschung würde nichtgrößer sein. Weiterkommen, weiterkommen! Nur nicht mit aufgehobenen Armen stillstehen, angedrückt an eine Kistenwand.

Franz Kafka: Ein Bericht für eine Akademie

понедељак, 21. јун 2010.

Miroslav B. Dušanić: Ode an eine Reise

Eirol (Aveiro) © by Jose Roha
Ode an eine Reise

1.
Dies ist eine Ode
Für alleinverbrachte Stunden
An unbekannten Orten

Wenn auch etwas melancholisch
Singe ich sie in vollem Klang
Immer fröhlich

Als mein Traum in deiner Nähe
Vorbei fahren leere Züge
Und weht Wind

Meine Haare durchgekämmt
Wie mit deinen Fingern
In Erwartung eines Kusses

Nur du kannst so zart
Und nie genug
Unseren Durst löschen

2.
Dies ist eine Ode
Die niemals enden sollte
Für zwei Stimmen geschrieben

Wie zwei Herzen aus Perlen
Wenn der Herbst wiederkehrt
Mit seiner milden Sonne

Und rührt an meine Seele
An der Bank unter den Akazien
In vollem Morgenrot

Und du steigst aus dem Zug
Mit weit offenen Händen
In diesem abgelegenen Ort

Sagst mir: Morgen!
Und der Himmel stürzt sich herab
Zieht den Vorhang zu

Miroslav B. Dušanić

недеља, 20. јун 2010.

Miroslav B. Dušanić: Alles andere als verwischte spuren

Miroslav B. Dušanić
Alles andere als verwischte spuren

ob es schon dämmert
unbarmherzig oder
als brennende frage
nur vorübergeht
dein lied auf meiner
zunge - die tage gehen
auch wochen im hafen
beladene schiffe vor
abreise - die sonne
sinkt langsam hinab
und sendet ihr geheul
dem himmel klagend zu

ob es schon dämmert
in meinem traum
und salzfrischer wind
zurückkehrt so dass ich
nicht allein verbleibe
mit den armen ausgestreckt

Miroslav B. Dušanić

субота, 19. јун 2010.

Miroslav B. Dušanić: In fremder Landschaft

© by Mita Ristić - Alles ist klar (Sve je jasno)
In fremder Landschaft

Ich möchte über die Sonne schreiben,
aber die Nacht kommt heraus...
Ilse Blumenthal-Weiss
Nicht einmal ein Vogel
ein Glanz vom Regenbogen
und wenn doch
in meinen Augen die Ewigkeit
findet keinen Raum

Miroslav B. Dušanić

четвртак, 17. јун 2010.

Miroslav B. Dušanić: Eine unbrauchbare landschaft

© by Oswaldo Guayasamin
Eine unbrauchbare landschaft

am anfang schuf gott deine hand
als der schatten an der wand still
rollte so nutzlos leer der himmel
und selbst der mond nahm in
seinen bann den vogel aus
schwarzem licht und stürzte ab
dann hoffnungsvoll formte gott
dein gesicht ganz normal wie das
feld im sonnenlicht damit jeder
glücklich einen blick werfen kann
aber das leben ein launischer
vulkan entglitt der ordnung des
schöpfers und wurde dürre wüste

Miroslav B. Dušanić

© by Oswaldo Guayasamin

среда, 16. јун 2010.

Fabian Tietz: Unvollendet für einen Freund

© by Clayton Brothers (moloko+ magazine)
Unvollendet für einen Freund

Wenn der Rücken bricht
zerreißen Knochensplitter
die feinen Muskeln
des Herzens,
die Beine werden taub,
die Lippen schmerzverzerrt
die Leber zu Prometheus´ Qualen.

Auch wenn die Krallen des Teufels
dein Gesicht zerkratzen
wird das Blut sich verteilen
und junge Seelen tränken
mit deinem Bild
aus Sanftheit.

Sie werden Buchstaben finden,
die ihnen sonst fremd gewesen.

Sie werden Wut entdecken
wo sie nie war.

Sie werden leben
wie sie nie gelebt.

Wer um sein Leben schreibt,
wird niemals, niemals sterben!

Wer um sein Schreiben lebt,
den wird es immer geben!

Fabian Tietz

субота, 12. јун 2010.

Miroslav B. Dušanić: Asyl

© by Mirko Šević
Asyl

Aus den Tiefen webt sich
die Kälte
in meine Seele ein
die Einsamkeit wächst
und das Schweigen
überall um mich herum
bis in den letzten Winkel
des Raums
und nirgends ein Riss
aus dem ich herausginge

Alles fremd
so die erste erlebte
Finsternis klebrig gleitend
über die Haut
und ohne Formen
für den schwingenden Blick
aber das Verlangen nach
oben ans Licht zerbricht
mich schnell und begräbt
noch immer lautlos
langsam als ob die Zeit
still stünde und ich endgültig
nicht sterben könne
sobald das richtige Wetter
nicht käme
und meinem Himmel
einen neuen Anstrich gäbe

Die Flucht änderte nichts
sie blendet mich
wie die Scheinwerfer
beim Verhör und ich bleibe
weiterhin vereinsamt
und unsichtbar gefesselt
erwarte ungeduldig
bis die bleierne Müdigkeit
mich überdacht
und der Tod
von weither rettend küsst

Miroslav B. Dušanić

© by Mirko Šević

петак, 11. јун 2010.

Мирослав Б. Душанић: Уз икону Преподобне мати Параскеве



Уз икону Преподобне
мати Параскеве

звона су растјерала
пријетеће облаке
и утихнула

у миру тамјана
и догорјелих свијећа
безбрижно су снивали
сви моји покојници

те вечери сам први пут
запалио лулу
и осјетио се пјесником

Мирослав Б. Душанић

среда, 09. јун 2010.

Poetry in a Global Box: Reino de España

Olga Bernad
Espíritus del vino

Melancolía alcohólica de nueva madrugada,
acerada en su fragua de licores.
Un espíritu lento siento alzarse
mientras el mundo gira más que nunca
y olvida las renuncias, suspendiéndolas
de la frágil cordura evaporada.
La larga caravana del arrepentimiento
se ha detenido ahora bajo el cielo.
Reina la luna en el desierto grave:
la noche se ha encantado,
marca su territorio con estrellas,
hogueras vivas, altas y felices.
Por el caliente aliento del verano,
la irrealidad afina sus contornos.

Una parte de mí salió volando,
-rápida como un pájaro-
sedienta como siempre pero alegre,
con su porción de eternidad en las alas.
En los ojos la luz del vino oscuro,
la turbia niebla sobre la conciencia;
decir entonces sí, te amo entonces,
puedo besar los labios que no importan.
En la noche encantada, los arqueros
tienen también el brillo inmaculado,
incauto y misterioso de las presas.

Abre la puerta azul del cuarto negro,
ven conmigo al deseo y después deja
que a todos nos absuelva su inocencia.

Olga Bernad

ALEX DE FLUVIÀ

Encontres (2006)

уторак, 08. јун 2010.

Miroslav B. Dušanić: Deine Hände

© by Katerina Lomonosov
Deine Hände

das sind deine hände
ein flammendes rot allen liedern
in denen dein mut alles übersteigt
ein schrank voller vorräte

das sind deine hände
ein flammendes rot des lebens
der lange nachklang einer glocke
ein paar margeriten aus garten

das sind deine hände
ein flammendes rot der liebe
alle sind willkommene gäste
ein jeder geht beschenkt nach hause

das sind deine hände
ein flammendes rot wünsche ich mir

Miroslav B. Dušanić

четвртак, 03. јун 2010.

Aldo Luis Novelli: el borracho

© by Toño López - El Borracho

el borracho
a un poeta desconocido

bebía mi tercer cerveza en un bar de malamuerte
cuando se acercó arrastrando los pies
- ¿me daría unas monedas señor? –
- ¿y para que son amigo? –
- bueno, le aseguro que no son para comprar un litro de leche –
- bien, y dígame ¿qué hace usted de su vida? –
- beber ¿y usted señor? –
- yo…soy poeta…creo –
- ah, no está muy seguro, yo estoy seguro de ser borracho –
- de acuerdo y ¿qué hace un borracho cuando está sobrio para hacer de éste mundo perverso y absurdo un lugar mejor para vivir? –
- mire señor, yo no se muy bien la diferencia entre estar sobrio o borracho, pero de algo estoy seguro, los sobrios destruyeron el mundo –
- tiene razón amigo, el poeta es usted, tome este billete, pero con una condición, no lo vaya a gastar en leche -.

© by Aldo Luis Novelli

NOTA SOBRIA:
Borracho: en muchas regiones rurales de España, aún hoy es habitual servir el vino en odres o botas de cuero, usados desde muy antiguo con este objeto. En el catalán del siglo XIV y en el castellano del siglo XV, estos odres se llamaron borracha, palabra que, según Corominas, se habría formado por el cruce de las voces catalanas botella (odre) y morratxa (redoma). A su vez, esta última palabra se derivaba del árabe mirassa, que también significaba 'redoma'. Más adelante, se llamó en español borracho al sujeto que, igual que la bota, estaba 'lleno de vino', o sea, embriagado.

среда, 02. јун 2010.

Мирослав Б. Душанић: Снохватице

© by Pavel Lefterov - String Play (2009)
Снохватице
(22. – 28. март 2010.)

понедјељак (Св. 40 муч. Севастијски — Младенци): жена на врху брда
кажипрстом буши облак
(касније у њој препознајем моју сестру)

уторак: с друге стране ријеке стоји отац
у одори од биља
на лијевом рамену му гавран
зове ме к себи а ја оклијевам

сриједа: (није се догодило ништа
а вјерујем да јесте
само се ја не сјећам)

четвртак (Преп. Симеон Нови Богослов): кроз град марширају војске
наше и туђе (не успијевам да одгонетнем
по чему се разликују једна од друге)

петак (Пренос моштију Св. Никифора Цариградског): у авиону читам „мртве душе“
испод мене земља у пламену
(будим се уплакан)

субота (Лазарева субота): на дну брода је складиште
уловљене рибе
неке су још увијек живе

недјеља (Улазак Господа Исуса Христа у Јерусалим — Цвијети): отац блијед у лицу (знам да је покојник)
поклања ми „еванђеље по луки“ говорећи:
„нисам дошао да позовем праведнике
него грешнике на покајање“

Мирослав Б. Душанић