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петак, 23. јануар 2009.

Miroslav B. Dušanić: Spirituelle Dimension

© by Matt Jones
Spirituelle Dimension

Eine Täuschung oder ein Artefakt: Ich wollte, ich wäre ein Haus.

Miroslav B. Dušanić
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Wir sind leer geworden, entleert nicht nur von den Stoffen und Dingen, den Waren und Werkzeugen, von Reichtum und äußerem Gut, sondern bitterer und entsetzlicher noch, von unseren Idealen, dem Wunder, dem Glauben und selbst von den Göttern… Wir sind bis auf Grund aller menschlichen Existenz gesunken…

Richard Mattheus, "Dionysos", 07. Mai 1948

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© by Saša Lazarević
Nein, oh, nein,
ein HAUS SEIN?
N I E M A L S !

Wären wir ein Haus,
dann wären wir zumindest von Grund auf statisch,
von der untersten Ebene
bis in die lichteste Höhe des First
abhängig von den Bewohnern
ihrer Zuneigung, ihrer Liebe,
ihrem Kunst- und Sachverstand,
ihrem Geld...

Unser Leben, unsere Belebtheit,
wäre Ausdruck ihres Lebens, ihrer Vernunft,
ihrer Kunstfertigkeit, ihrer Zuwendung...

Ausgeliefert, dem Wetter, dem Sturm,
dem Wasser, der Verrottung, dem Schimmel,
der Nachlässigkeit, der Vernachlässigung,
das sind Häuser, wenn sie die Generationen
wechseln, wenn das Leben in ihnen nachlässt,
still wird...

Ja, wer ein trutziges Schloss sieht,
eine feudale Villa, den Bungalow,
der meint, das wär was,
ja, dieses Haus sein,
mit diesem Glanz, dieser Festigkeit,
diesen Widerstand haben, nach außen hin...

Das trügt mich nicht,
ich vermag reich und mit frischem Atem
immer aufs Neue den Park zu wechseln,
mir meine Umgebung und Inhalte wählen...
ich muss niemanden in mir hausen lassen,
kann die Geister verscheuchen, die
mir die Seelenzimmer belasten mit
ihren Karos und kleinen Mustern,
mit ihrer Sprache, die hager rasselt...

Ein Haus haben, das will ich schon.
Will ihm und würd ihm das Schicksal versüßen,
mit meiner Liebe, solange ich kann,
aber ein Haus - sein? - das will ich niemals!

Gabriele Brunsch


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Wenn wir Häuser sind,
Kann sein,
Dass uns die Bewohner pflegen,
Vielleicht auch
Renovieren sie uns kaputt.

Wenn wir Häuser sind,
Werden wir Ruinen. -
Oder stellt man uns
Unter Denkmalschutz?

Paul Spinger

уторак, 20. јануар 2009.

Miroslav B. Dušanić: Nr. 26 & 27

Nr 26

im dämmerschein des tages
meine hände ernten licht

Miroslav B. Dušanić

© by kinnas - a house (Haus)

Nr. 27

kein Wehlaut: die Lichter gehen aus
und das hört nicht mehr auf…

Miroslav B. Dušanić

понедељак, 19. јануар 2009.

Miroslav B. Dušanić: Ich hinterlasse keine Spuren

© by Javier Gil (2007)
Ich hinterlasse keine Spuren
ich bin ein Flüchtling
ich laufe leise

Miroslav B. Dušanić
















flüchtig sei sein schritt,
flüstert tonlos der flüchtling -
die spur bleibt dennoch...

Gabriele Brunsch


Es ist ein Zwischenbericht, der nach einer Endfassung schreit, die dann vielleicht wieder anders sein wird...

"Zwischenbericht vom verzweifelten Versuch den Wert unseres Lebens und Wirkens im Darüberhinaus ein wenig humorvoll - desillusionniert darzustellen!"

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Inmitten: Du! Lebens-Mittelpunkt!
Mit begrenzter Wahrnehmung –
voll reziprok.

In diesem Mini-Zeit-Desaster –
Anfang, Aufbau und Ende,
ist alles drin.

All und alles, Welt und weltliches,
Der Urkern und die Urkraft,
und auch der Geist.

Weil du alles bist, Du bist die Welt,
ist alles so einmalig,
unbeschreiblich.

Was von uns bleibt, ein Häuflein Knochen
nur, vielleicht, verscharrt, verdorrt,
verfault, zu Staub.

Was von uns bleibt, ist Teil der Erde,
immer da, ist niemals weg,
bleibt, immer da.

Hat und bleibt immer gänzlich An-Teil,
unsichtbar, bedeutungslos,
und ist doch da.

Wie mächtig ist die Zeit der Zukunft,
von der wir An-Teil bleiben,
selbst un-bewusst.

Was drüber ist, vom Wind getragen
von Feuer versengt, verkohlt.
Wort – Bild und Klang.

Was drüber ist, Mond und Sonne,
kalt und heiß und Wettersturm.
Und alles Nichts...

Und alles und das Nichts – allnichtig –
wortgedankenleer und unbeseelt,
inmitten: Du!

Gabriele Brunsch

петак, 16. јануар 2009.

Miroslav B. Dušanić: Unbeirrt


unbeirrt

über den tag hinweg
in der stille versteckt

träume

fortschrittlich
oder rückständig

Miroslav B. Dušanić

© by Olafur Eliasson - Take your time
Mag sein, ich verstehe nicht.
Möglicherweise
Bin ich fortschrittlich
Oder reaktionär.

Kann sein, ich denke falsch.
Aber
Ich träume.

© by Paul Spinger


Fort-Schritt?

Fort-schritt,
weg von Visionen,
die wertvolle Tiefe
ans Licht zu bringen?
Und woher diese Tiefe?
Aus den Tiefen
der Träume.

Helmut Maier

понедељак, 05. јануар 2009.

среда, 24. децембар 2008.

Miroslav B. Dušanić: Nr. 22


Nr. 22

in der atemlosigkeit unterm straf
gespannten stoff

des nachthimmels

ganz ohne worte
berauscht zusammen-

genagelt

Miroslav B. Dušanić

субота, 13. децембар 2008.

Miroslav B. Dušanić: Anima

© by Katie Welty
Anima
Es war die Stille, eine unheimlich schwere Stille.
Dubravka Ugrešić

immer wenn sie weggeht
verstummen die klänge
ich sauge das eigene blut
und die spinne
in enger finsternis
ihre netze legt

Miroslav B. Dušanić

четвртак, 11. децембар 2008.

400. Jahrestages der Geburt John Miltons

2008 jährt sich das Geburtsjahr John Miltons zum vierhundertsten Mal. John Milton (* 9. Dezember 1608 in London; † 8. November 1674 in Bunhill bei London), der letzte und wohl bedeutendste Dichter der englischen Renaissance, zugleich eine der führenden Persönlichkeiten der Kirchen- und Theologiegeschichte des 17. Jahrhunderts.

© by windweit

mit leisen klagen
trage ich dornenkrone
durch das distelfeld

Miroslav B. Dušanić


Sonnet XIX: When I Consider
How my Light is Spent

When I consider how my light is spent,
E're half my days, in this dark world and wide,
And that one Talent which is death to hide,
Lodg'd with me useless, though my Soul more bent

To serve therewith my Maker, and present
My true account, least he returning chide,
Doth God exact day labour, light deny'd,
I fondly ask; But patience to prevent

That murmur, soon replies, God doth not need
Either man's work or his own gifts, who best
Bear his milde yoak, they serve him best, his State

Is Kingly. Thousands at his bidding speed
And post o're Land and Ocean without rest:
They also serve who only stand and waite.


Sonett XIX: Wenn ich bedenke,
wie mein Licht verblich


Wenn ich bedenke, wie mein Licht verblich
zur Lebensmitte schon in dunkler Welt;
und das Talent, dess' Muße Tod enthält,
liegt ungenützt, obwohl die Seel' für sich

dem Schöpfer dienen, zeugen will für mich,
was ich getan, daß Rückgab' er nicht schelt:
Befiehlt Gott Arbeit, wem kein Tag erhellt?
mein Irrtum frägt. Geduldig antwort' ich

um Murren zu verhindern: Gott braucht nicht
die eig'nen Gaben noch der Menschen Hast:
Am besten dient, wer dient nach altem Brauch.

Sein Königswort nimmt Tausende in Pflicht
und schickt durch Meer und Land sie ohne Rast -
                                                    und wer nur steht und wartet, dienet auch!



/Übersetzung by / von Walter A. Aue/

уторак, 18. новембар 2008.

Miroslav B. Dušanić: Nr. 21

© by debs15 - crows nest
Nr. 21

an diesem abend
schmerz-
getränkt
von anbeginn

doch
nicht immer

ein schrei
erstickt
in meiner kehle

Miroslav B. Dušanić

петак, 07. новембар 2008.

Gefährliche Unschärfe

Dora Carrington - Drawings from the Seven Suicides series

Gefährliche Unschärfe

Wenn im Gebirge die fernen Glocken hallen
ein entzwei gebrochenes Herz
lässt sich rösten in der Glut deiner Hand

Miroslav B. Dušanić

уторак, 22. јул 2008.

Miroslav B. Dušanić: Belagerung

© by Zoran Velimanović - City Of Wasps
Belagerung

Das Stimmengewirr
belagert mich

und seine Silben werden
aus meinem Herzen
tropfendes Blut

Miroslav B. Dušanić

понедељак, 14. јул 2008.

Miroslav B. Dušanić: Atemlos

© by Dancoglu Constantin
Atemlos

Der Alltag lässt keine Zeit
Nichts scheint mehr am gewohnten Ort

Und überhaupt
Dieses Gefühl der Ohnmacht
Als Spiegel der eigenen Existenz

Miroslav B. Dušanić

среда, 09. јул 2008.

Miroslav B. Dušanić:Trotz allem...


Trotz allem was immer gesagt wurde
über die Sprache
über die Worte
im Bruchteil einer Sekunde
lagert sich ab
(von all dem Durcheinander)
viel Rost auf die Zunge.

Miroslav B. Dušanić


Bilder: © by Xiao Hong (シャオ・ハン ) - The Series of Intellectual Youth (知识青年系列)

...und diese Bilder, das einsichtige, so ganz erstaunliche Lächeln im Gesicht dieses Kindes, auf dem Schädel, im Punkhaarrest unscheinbare, vage Schemen eines Schweinemarkts (?) mit Ochs?, Männer, geschäftig die Tiere antreibend, wie nicht von dieser Welt.
Das andere Bild, mit diesem ernsthaften, ja klug-weise-fragend-wissenden Ausdruck scheint zu sagen: "Da, schau her, sieh selbst, alles im Wandel, das ist daraus geworden!" (existiert eine Nummerierung?). Es zeigt eine Gruppe von Menschen, auch Frauen sind erkennbar, doch sie sind erregt, das Bild deutet auf eine politische Aussage hin, denn im Wangen-, Stirn- und Kinnfeld sind Figuren erkennbar, hier auf Feldern arbeitende Menschen, bei familiären Zusammenkünften, und vorne demonstrierende Arbeiter im Hemd, im Hintergrund sogar ein alter Mann mit traditioneller Kopfbedeckung, Felder, mit dem Schlegel Reis dreschende Bauern...

Diese so ganz modernen Bilder mit den Mitteln der traditionellen Aquarellmalerei und der digitalen Überblendung. Fotographie und Computerbearbeitung, Die Bilder sind fantastisch rätselhaft und erzählen Geschichten von Damals und Jetzt so kritisch, wie es nur möglich ist, wenn man ein jugendliches Punkgesichtchen zeigt. Verwirrend unmittelbar...
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Gabriele Brunsch

понедељак, 07. април 2008.