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Cover: Bocca & Marsin - Dunkle Tage
Du neigst dich…
(an Gabriele)

an dunklen tagen in selbstzweifeln verharrend
suchst du die antwort: ob die natur seit alters hat
irgendwelche gebrechen eingepflanzt oder nach
rechts und links und über das ganze hin, ihre
schlimme gewöhnung ausgeströmt…

ob du erstickend fast im schatten eines baums,
das erinnerungslied von kindheitszeit – die mutter
abends immer sang – doch wieder hören kannst…

die winde brausen… die mauern stehen… komm in
meine brust! komm, kehre zu mir zurück! denk nach:
ganz mit müh und not, hier auf der erde überrannt,
der mensch hat keinen hafen – so ist das eben –

und die zeit kein ufer, keine eile… sie fließt wieder
und immer wieder – naturgegeben, und du und ich
und alle, stets von gut und bös getrieben, vergehen
im strom…

Miroslav B. Dušanić

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LadyArt је рекао... уторак, мај 31, 2011

...die wine brausen... die mauer stehen... der mensch hat keinen hafen...

ich lausche deinen worten und sie berühren mich und lassen mich tief im inneren zittern... als hättest du meine tiefen gedanken ausgelotet und besprochen...

da sitze ich und starre auf die zeilen und bin tief berührt.

Renée је рекао... четвртак, јун 02, 2011

ein tiefes trauriges Gedicht. Sehr berührend...
Renée

takranke је рекао... субота, јун 04, 2011

Guten Tag, Miroslav-san,

Der Mensch, der ein Gedicht schreibt, muss schon im Aussen von dem Strom stehen, auch wenn er im Strom ist.

Ich freue mich darauf, Ihre Gedichte zu lesen.

schreibtalk је рекао... уторак, јун 07, 2011

Ein wunderbares, ergreifendes Gedicht!

LadyArt је рекао... недеља, јун 12, 2011

...lieber miro,


während ich der musik von césar franck lausche,
lese ich wieder und wieder das gedicht,
und neue bilder tauchen vor mir auf,
neue facetten der begegnungen,
der erinnerung...

der durchblick durch die raster der zeilenritzen,
wort-satz-klafter,
machen mich straucheln,
so schwer, inhaltlich überbordend,
versuche ich mich am ufergras festzuklammern,
mir das leben zu retten,
am tobenden ufer der zeit...

mit den lippen will ich die melodien ergreifen,
die deine bilder mir summen,
mich verbeißen in ihnen,
dass sie durch mich durch,
gehen vom mund zum ohr zum herzen zur kraft...

dass ich mich hochziehe an ihnen
und mich errette...

(als kenntest du die geheime notierung...
auf handgeschöpftem papier
verewigt)

unauslöschbar...

 
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