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© by shime02: Zaplanje
zustandsbeschreibung

es sind die erkenntnisse
im zwangsbefristeten raum
die uns beschweren
die wir, von scham erfüllt,
nur stammelnd
einander gestehen.
wie sind wir doch roh, so roh,
blutig-gekratzt,
bis auf die knochenhaut der seele.

gottlos geworden –

kläglich steh ich im niemandskleid
aus zerrupftem krähengefieder
(erinnerungsfetzen verblassender filmschnitte,
nicht mehr zu ertastender lebens-ich-sequenzen -
was hat sich alles dazwischengeschoben,
hat mich von mir selbst entfernt)
und weinen nützt nichts mehr.

schreien vielleicht…
draußen im wald!
doch der ist fremd,
ist nicht heimatlich.

gäbe es denn trost im heimatlichen wald?
dort, wo wir den kuckuck hörten,
den ersten, den der vater bewertete:
frühling ist’s, darfst barfuß gehen, kind, jetzt!

wer war damals gott?
war es der vater, die mutter, die luft,
das über-drüber-ideen-stoff-gebilde
aus vertrauen und liebe,
froh, lichthell, bezaubert, so stark,
dass es die zukunft fühlte,
bei jedem schritt,
barfüßig selbst zukunft war.

das innere und äußere jetzt,
geschrumpfte dimensionen
sich stetig weiter verengend.
atmend ein zeit-surrogat.

Gabriele Brunsch

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Niemandskleid

Blind tastend bewegst Du Dich
durch das Nebelmeer,
der Bodenlosigkeit ausgeliefert,
angstvoll den Atem innehaltend.

Du spürst von innen die Hände,
die an Deinem Niemandskleid weben,
weisst aus unerklärlicher Zielsicherheit
mit erschreckender Klarsicht,
dass in Dir allein der Angelpunkt liegt,
durch den das Blatt der Entscheidung
sich wenden lässt.

Wirst Du die innere Not aufheben,
erwachend im Ich - Dir mutig Weisung geben?!

...

Bernhard Albrecht, 06.06.2012

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