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Wilhelm Thöny:  „Serbische Zigeuner“
Roma wurden von den Balkanstaaten im 20 Jahrhundert stets auch zum Wehrdienst eingezogen und in den Kriegen eingesetzt. Im ersten und zweiten Weltkrieg kämpften Roma vor allem in der serbischen bzw. jugoslawischen Armee.

Das abgebildete Gemälde, das serbische Roma-Soldaten im ersten Weltkrieg darstellen soll, dürfte ca. 1916 entstanden sein.

Es typisiert die Dargestellten den völkisch-nationalistischen Stereotypen folgend physisch als „Zigeuner“, und zwar mit einer bemerkenswerten Auffälligkeit: Der Soldat im Vordergrund richtet sein Gewehr wie selbstmörderisch auf sich, ein Umgang mit diesem Gegenstand, der als äußerst unsoldatisch anzusehen war (und ist). Die Annahme liegt nahe, dass der Maler damit einen grundsätzlichen Mangel an militärischen Eigenschaften von „Zigeunern“ behaupten wollte, wie es wiederum der Vorurteilsbildung zu „Zigeunern“ entsprochen hätte.

(Nähere Auskunft bei Dr. Ulrich E. Opfermann in „nevipe – Nachrichten und Beiträge aus dem Rom e.V.; Heft 1/2012“)

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