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уторак, 15. март 2016.

Роза Ауслендер: Стар и нов


Стар и нов

Са старим и новим
предјелима
новим и старим ријечима
изгубљеним и поново пронађеним
пријатељима
живјети
тумачити погледе
Пред провалијом
не склопити очи

Бити задовољан са старим
супростављати се
Без престанка
новом почетку

Роза Ауслендер
/Пријевод: Мирослав Б. Душанић/


Фотографије: Метармофозе (присилне)

четвртак, 2. август 2012.

Rose Ausländer: Schreiben & Mein Gedicht

(1914)
Schreiben

Du schreibst und schreibst
du wirst dich nie
zu Ende schreiben

Deine Jenseitssilben
Wirst du
Dem Gras diktieren

Rose Ausländer

(1972)
Mein Gedicht

Mein Gedicht
ich atme dich
ein und aus
Die Erde atmet
dich und mich
aus und ein
Aus ihrem Atem geboren
mein Gedicht

Rose Ausländer

четвртак, 10. мај 2012.

Rose Ausländer: Mutterland

Miroslav B. Dušanić: Vaterland
Mutterland

Mein Vaterland ist tot
sie haben es begraben
im Feuer

Ich lebe
in meinem Mutterland
Wort

Rose Ausländer

уторак, 1. мај 2012.

Rose Ausländer: Versöhnlich

Lukáš Houdek: Matka s dítětem a kozou (D/ROMové)
Versöhnlich

Versöhnlich
mein Ghettoherz
will sich verwandeln
in eine hellere Kraft

Rose Ausländer

среда, 4. август 2010.

Rose Ausländer








"Ich schreibe für mich. Aber ich publiziere für Leser. Und deren Echo ist Sonnenschein für mich, ohne den ich vielleicht nicht wachsen könnte."
 
Rose Ausländer 
(* 11. Mai 1901 in Czernowitz — Bukowina, † 03. Januar 1988 in Düsseldorf)

петак, 7. август 2009.

Miroslav B. Dušanić: Die Menschen sind

© by Gergard Cern
Die Menschen sind nichts anders als Gottes Tränen, die kalt und heiß herausquellen aus seinen Augenhöhlen, und nicht gelungene Welt überschwemmen.

Miroslav B. Dušanić


Bald ist deine Zeit um,
bald wächst der Himmel unter dem Gras,
fallen deine Tränen ins Nirgends

Rose Ausländer


© by Birgit Wöhlbrandt - tränen aus eis

Und diesen Fluten kein Damm entgegenzurichten
kein Halten der Wellen die alles versenken

Meine Tränen sind auch eine heiß, eine kalt
doch dampfen sie weg auf der Welt rissigem Teer.


© by Thomas Grabs

Tränen wie Honig
ergießen sich aus mir
wollen die Erde mit Süße
beträufeln – doch in Wahrheit
vermehren sie nur den Schmerz

Elsa Rieger

© by fangtunsdoch


 ...und mag der mensch sich von allen wesen gott am ähnlichsten wähnen,

so ist doch gott niemals dem menschen ähnlich. wie vermessen!

wie können wir kleinlichen zwerge das ausmaß der macht erahnen,

das ausmaß der maßlosen gewaltigen
größe, die hier ihre spuren legte

um die welt als sein von uns zu erfahrendes vermächtnis zu schaffen,

wir, wir erspüren ihn, spüren die gewalt,
spüren die größe, die schönheit, die kraft,

die größe im sein
die schönheit in der kunst
die kraft in der natur

...doch wo hört das eine auf
wo fängt das andere an...

Gabriele Brunsch