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уторак, 11. март 2008.
петак, 29. фебруар 2008.
четвртак, 14. фебруар 2008.
Miroslav B. Dušanić: Nacht des Heiligen Trifun
Nacht des Heiligen Trifun
nachts umher ging und schrie
so traurig: küssen wollt
unter zweigen ich
wo man die augen offen
bis zu himmel
schlafen kann
unter zweigen ich
wo man die augen offen
bis zu himmel
schlafen kann
die nacht als sie sterne
in den wimpern trug
unerwartet: sie versank
im zarten birkenbaumschatten
dass mein herz
für immer gebrochen
Miroslav B. Dušanić
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| © by Anke Merzbach |
wahrheit des entheiligten
und auch tulpen halfen
nichts gegen grauenhafte
öde blieb genau dort wo
es schlug für dich
was ist ewigkeit außer
theoretisches gewäsch
du meine güte ist das
unerträglich geworden
Elsa Rieger
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und der tag raunt:
nur zweige brachen
im birkenstamme
lebt das herz im namen
unserer nacht
lylo
уторак, 12. фебруар 2008.
Miroslav B. Dušanić: Fremde in mir
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| Мирослав Б. Душанић |
Fremde in mir
Ich war in Bosnien.
Ich glaube es, dort, geboren zu sein,
aber das war lange her.
Ein ermüdeter Soldat ließ mich
zwischen Buchenbäumen laufen,
damit du mich weiterhin liebst.
Es könnte sein, dass er seinen
jüngeren Bruder in mir sah,
vielleicht, sah er völlig seitenverkehrt.
Wenn ich heute vor dem Spiegel stehe,
gehe ich von einer Welt in die Andere,
und wische das Blut
vom Munde des Erschossenen.
Ich wische es vorsichtig, sehr vorsichtig.
Es tut ihm weh.
Miroslav B. Dušanić
субота, 9. фебруар 2008.
Miroslav B. Dušanić: Reiselust
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Reiselust
Wind versucht
Salz in die Augen zu legen.
Fabian Tietz
Salz in die Augen zu legen.
Fabian Tietz
Der Tod schleift die Rasierklinge,
ruft uns nach Hause zurück.
An diesem Tage
- fast schon im Frühling -
die Reise wird fortgesetzt.
Unter den Füßen schreien
begrabene Knochen.
Ihre Wehlaute besiedeln
nach Stille hungrige Ohren.
Die Geschichte versucht uns
- fast aufdringlich -
zu verführen,
aber Niemand sehnt sich
nach Selbstmorde.
Miroslav B. Dušanić
петак, 8. фебруар 2008.
среда, 30. јануар 2008.
Miroslav B. Dušanić: Statt des Gedichts einen Brief
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| Henry Fox Talbot - (primer negativo de Talbot), 1835 |
Statt des Gedichts einen Brief
kein gedicht
ich schicke dir einen brief
damit dir zeit nicht lang werde
einen brief und strick
mit dem mich feinde gefesselt
ich bin nackt
in einer harten zeit
vor meiner zelle ein wächter
schlicht gelangweilt
aber seine augen
leuchten wie blitze
draußen setzt der wind
ohne mich seinen weg fort
nein erwarte mich nicht
ich strebe nicht nach freiheit
ich bin zu müde
um wieder gejagt zu werden
Miroslav B. Dušanić
недеља, 20. јануар 2008.
Miroslav B. Dušanić: In meinem heutigen Leben
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in meinem heutigen leben
kein blumentopf
auf dem fenstersims
der balkon: nur deponie
für ausgeleerte träume
aufgespießte erdbeeren schreien
seit vorgestern auf meinem teller
- die kälte in der luft -
ich sehe zum fenster hinaus
auf die straße
und alles leer
die nacht verschlingt
nicht nur die stadt
sie beißt mich sehr
Miroslav B. Dušanić
/Ausschnitt aus "Stadtlieben"/
недеља, 30. децембар 2007.
Miroslav B. Dušanić: An den Lippen klebt das Wort*
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| The Silent Sea (2002) Videoloop auf Plasmabildschirm (Screenshot) © Bill Viola |
vom schweigen belastet
dichten wir - mal du
mal ich
in den freien versen
und zwischen-
zeilen
- überall
verwegene spuren
angereihte buchstaben
bohren tiefe stiche
in brüste
unserer freunde
bis der letzte atem
ihre lungen
füllt
Miroslav B. Dušanić
*um zwei Strophen kürzere Version (Endversion)
субота, 29. децембар 2007.
Miroslav B. Dušanić: Am Tag als ich sechsundvierzig wurde
Am Tag als ich sechsundvierzig wurde
am tag als ich sechsundvierzig wurde
am tag als ich sechsundvierzig wurde
habe mich rechtherzlich bedankt
für alle liebvollverabreichten geschenke
und ich lachte
meine frau lachte
und kinder lachten auch
ich halte es für möglich dass ich viel lachte
viel mehr als sonst
und dass ich kunstvollverpackte geschenke
mit verlegenheit auspackte
viel langsamer
als am tag als ich fünfundvierzig wurde
Miroslav B. Dušanić
die tollste musik ist
wenn man jung ist und schön
mitten in der besten zeit ~ wie man so sagt
wieder gehört steigt ein bild auf
von party und tanzen, ohja,
das schmusen und angreifen
bei: non, je ne regrette rien
und das kehlige, ja, das kehlige lachen
deines, das es nicht mehr gibt ~ gar nicht mehr
die platte kratzt wie die erinnerung
Elsa Rieger
четвртак, 27. децембар 2007.
Miroslav B. Dušanić: Hildesheimer Weihnachtsmarkt
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© by Dieter Mendzigall |
Hildesheimer Weihnachtsmarkt
und hängen lebkuchenherzen
wie regentropfen oder tränen
früh mittags spät
mit mystischem duft
an der ecke rathausstraße
musikanten geigen
aus vergessenen sprachen
und wer ist das geborene kind
wo ist das herz
das all das schlug
wo ist das herz
das all das schlug
Miroslav B. Dušanić
петак, 21. децембар 2007.
Miroslav B. Dušanić: Pfeife des Herren N.
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| Vincent van Gogh - Old man with a pipe |
Pfeife des Herren N.
wie alt ich damals wohl war
mit furcht und bange besetzt
sechs sieben neun in der welt
bis sich alles auflöste
und herr n. seine pfeife
auf den tisch gestellt
und verschwand
in weit abfallendes licht
damals schwärzte die sonne
schneller geheimnisvoll verirrt
in alle himmelsrichtungen
und gab sich nie ganz
in seiner farbe aus
auch herr n. kam nie wieder
alle lebensspuren verwischt
bis auf kohlengebrannte
rauchkratzer des pfeifenkopfs
Miroslav B. Dušanić
четвртак, 20. децембар 2007.
уторак, 18. децембар 2007.
Miroslav B. Dušanić: Trauerarbeit
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| Мирослав Б. Душанић |
Trauerarbeit
ich gehe in die leere
und du -
das licht ist tot
im nebel hängen bäume
im nebel sind dächer
und niemand mehr erkennt
ausgerupfte federn
und verwilderte felder
eng -
immer enger die pfade
als hätte die zeit beeilt
zu fließen
geliebte -
ich gehe in die leere
ich gehe
mit deinem lachen
Miroslav B. Dušanić
петак, 7. децембар 2007.
Miroslav B. Dušanić: Notiz zu den Bekenntnisnotizen
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Notiz zu den Bekenntnisnotizen
bin im land der stille
mit verdunkelten augen
ewig auf der suche
nach schatten-
kinder und verwundeten
zugegeben: ich habe mich
angewöhnt
- wenn auch leidend -
erwarte kein trost
für die einsamkeit
ich bleibe unversöhnt
räume die welt auf
- sie hat es bitter nötig
Miroslav B. Dušanić
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© by Máximo González
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