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уторак, 4. фебруар 2014.

„Ich bin eine Fremder gewesen. Habt Ihr mich aufgenommen?“

Foto: © midimaster/piqs.de

„Jedes Jahr sterben Tausende von Menschen auf ihrem Weg nach Europa. Das Mittelmeer erweist sich dabei keineswegs als Kreuzung des Völker und Kulturen, sondern wird zu einer neuen Trennmauer. In Europa und weltweit leiden Migranten/innen, die einen irregulären Aufenthaltsstatus haben, unter Ausbeutung, Unsicherheit, Ausgrenzung und der Verletzung ihrer menschlichen Grundrechte, wie dem Recht auf Gesundheitsversorgung, Bildung und Familienleben. Die christliche Haltung gegenüber Flüchtlingen wurzelt in der Heiligen Schrift, insbesondere in dem klaren Gebot Christi ‚Ich bin ein Fremder gewesen und ihr habt mich aufgenommen‘ (Mat 25,33).“

Erklärung der 13. KEK-Vollversammlung (Konferenz Europäischer Kirchen) 2009 in Lyon

Nancy Horn-Gittel
(in Paul Gerhardt Stift zu Berlin - Notizen, Nr. 3; Dezember 2013)

уторак, 27. новембар 2012.

Die Vergangenheitsbewältigung


Nur ein bisschen mit dem Text in FAZ irritiert… 

Zagreb ist schon monatelang in der nationalistischen Trance, die Feierstimmung gerade diese Tage explodiert. Das verschweigt man lieber… Die Kroaten sind westlich orientiert, sie machen nur das, was im Westen immer üblich war… 

Hier ein Buch für Kroaten, ihre gute Freunde und Verbündete, vielleicht kommen noch auf die Idee, sich mit der Vergangenheitsbewältigung zu beschäftigen …

петак, 20. јул 2012.

SCHÄM DICH!

© by Cornelius Rinne 
Die Welt steht Kopf und Du tust nichts. SCHÄM DICH! Es werden Menschen unterdrückt und Du tust nichts. SCHÄM DICH! Die Natur packt all ihre Gewalt aus und Du hilfst nicht. SCHÄM DICH! Menschen müssen mit Hartz 4 und ohne Arbeit und Nutzen vor sich hinwegetieren und Du nimmst es hin, SCHÄM DICH!

© by Cornelius Rinne 
 

петак, 15. јун 2012.

Bertolt Brecht: Der Pass



«Der Pass ist der edelste Teil von einem Menschen. Er kommt auch nicht auf so einfache Weise zustande wie ein Mensch. Ein Mensch kann überall zustande kommen, auf leichtsinnigste Art und ohne gescheiten Grund, ein Pass niemals. – Dafür wird er auch anerkannt, wenn er gut ist, während ein Mensch noch so gut sein kann und doch nicht anerkannt wird.»

Bertolt Brecht: Flüchtlingsgespräche; 1940/41

петак, 6. април 2012.

NEIN! DANKE!

Nagasaki-Opfer
„Sollte Israel tatsächlich iranische Atomanlagen vernichten - Atomanlagen, nicht das Land - wird ein Aufschrei der Empörung durch die Welt rauschen. Doch klammheimlich werden wir alle froh sein, dass die Israelis für uns die Drecksarbeit gemacht haben.
/Stern.de: Letzte Tinte – oder: der Erstschlag; 5. April 2012, 19:42 Uhr/

So ein schrecklicher, monströser Satz braucht keinen Kommentar. Oder...

Miroslav B. Dušanić

Hiroshima
ISBN: 3766307991

недеља, 13. новембар 2011.

недеља, 24. јул 2011.

Alfabet

© by dragan1965
«Reicher Mann und armer Mann
Standen da und sahn sich an.
Und der arme sagte bleich:
Wär ich nicht arm, wärst du nicht reich.»

B. Brecht: Alfabet; 1934

уторак, 12. април 2011.

четвртак, 28. јануар 2010.

Znak NATO-a se pretvorio u kukasti krst

NATO-Friedensfibel

Wir intervenieren und bombardieren euch, weil wir euch sehr mögen. Wenn ihr weniger werdet, können wir euch besser schützen.

Miroslav B. Dušanić

Знак НАТО-а се претворио у кукасти крст

НАТО - Мировни буквар

Интервенишемо и бомбардујемо вас, јер вас волимо. Када вас буде мање, можемо боље да вас заштитимо.

Мирослав Б. Душанић

четвртак, 10. децембар 2009.

(Lein)Wand des Schweigens

Miroslav B. Dušanić

Graues Schweigen.
Schweigen des Grauens?
Nur geräuschlos oder
Grabes-/Totenstille?

Schweigen heißt nicht
Stumm sein. Man
Wurde dazu gebracht,
Ist dazu verpflichtet.

Man hüllt sich darin ein.

Wer bricht das Schweigen,
Die Enthaltsamkeit der Rede?
Wie nimmt man ihm
die Heimlichkeit... den Ruch

Von Arglist, Falle,
Maskerade und
Mummenschanz,
Von Schachzug und List?

Eine Mauer des Schweigens.

Ich weiß nicht! Es ist wohl
Anders gemeint?

© by Πέтρος

петак, 11. јануар 2008.

Kommentar

Wenn ich nicht wirklich wäre,
dann könnte ich auch nicht weinen.

Lewis Carroll (Charles Lutwidge Dodgson)

© by Laphael Wang - i See

Seltsam: die Leute lachen
und verstehen es nicht.

Miroslav B. Dušanić

недеља, 18. новембар 2007.

Ludwig Hohl: Das Engagement des Schriftstellers

Das Engagement des Schriftstellers
(Antwort auf eine Umfrage)

Darüber, dass der Schriftsteller sozial engagiert ist, besteht für mich seit langem kein Zweifel.
Allein dass er in einer Sprache sich äussert, ist ein Beweis dafür. Denn ohne die andern – gleichviel in welcher Art, in welchem Grade die andern da seien, ob sie nur gedacht seien z.B. – würde die Sprache nicht existieren. Wenn ein Mensch ganz allein wäre, freilich eine undenkbare Vorstellung und ein unmöglich durchzuführender Test –, würde er allmählich, über kurz oder lang, aufhören zu schreiben, aufhören zu sprechen, in sich selbst zu sprechen, »zu sich selbst« zu sprechen (das »zu sich selbst« ist nur eine Fiktion), zu denken. Er würde schliesslich – wahrscheinlich über Stufen wie Wahnsinn und Verblödung – aufhören, zu sein. Denn der soziale Trieb ist, neben dem Ernährungstrieb, der mächtigste Trieb des Menschen. (Und der sexuelle Trieb ist nur eine Unterabteilung davon, wenngleich bei einigen an Bedeutung überwiegend, in andern Fällen mässiger, selten einmal fast nicht vorhanden wie bei Kant: was aber nicht heisst, dass bei Kant der soziale Trieb nicht überaus mächtig war.
Also sind, aus einer gewissen Distanz gesehen, alle Werke, möge es sich um Drama oder Epik, um Gedichte oder Philosophie (etc.) handeln, nichts als Briefe an einen Freund (einen fernen vielleicht wohl, einen nur vorgestellten; dennoch Briefe an einen Freund oder Freunde, – an die Menschen).
(Und das Gerede vom Elfenbeinturm wäre eine der grössten Sinnlosigkeiten, die je geredet wurden, wenn es das Gesamte des Künstlers und nicht nur eine Einzelheit beträfe.)

Ludwig Hohl

© by Politika/Belgrad (Политика - Београд)

Wie der Kapitalismus gehärtet wurde

das Reich den Reichen
überreichen den Armen
nur die Arme
reichen für die Träume
keine Räume
räumen
das Leben
eben
heilig
€-eilig

Miroslav B. Dušanić

недеља, 24. јун 2007.

Ans Licht gebrachte Kommentare

Kommentare zu unterwegs 18 :


mein tag ist wie viele tage
schreibend – neben den tasten
der blaue becher kaffee

heute herbstlicht mit schräg
fallender sonne
morgen vielleicht sturm

und dann ringe ich durchs
zimmer – ein wort
nur ein wort mir ab-

tobend augen – hände
ein seltsam wofür –

anders kein leben

Elsa Rieger
__________________________________________
Momente des Nichts
Im Da-Sein
(Die erinnerungsleeren)
Bleiben
Unbewortet
Unverdichtet
Doch nicht
Ungelebt

Belebend -
Es gab sie

Petros
___________________________________________
gleichsam
der Kreis sich öffnete
staubte der wind
nicht mehr erwartet
als
der sturm sich sonnte

erinerungen zogen
und
dein tag überdauert

Eva Tempel
____________________________________________
wenn die tage
gehen
worte
bleiben

mit dem wind
zieht ein bild

morgen
male ich dir
neu
die nacht

wortlos

Kathrin M.
___________________________________________
Vielen Dank!
Miroslav B. Dušanić

петак, 9. фебруар 2007.

Exillyrik


Servus Miroslav!

Es ist ja nichts Alltägliches, sich in einem Gedicht – mehr denn je sogar im Titel, als wie manchmal üblich in einer Widmung – wiederzufinden. Herzlichen Dank!

Ich kenne und schätze diese Lyrik, und nicht nur weil ich in ihr eine Fortsetzung der deutschen Exilliteratur sehe. Sie scheint mir auch mehr als ein Kometenschweif einer schmerzhaften, aber literarisch umso produktiveren Zeit der deutschen Literatur zu sein. Dazu sind diese Verse zu tiefgehend. Der von ihnen verkörperte Schmerz kann nur als Resultat seelischer Konvulsionen, aber nie als künstlerischer Gegenstand empfunden werden. Ich wage einfach die Behauptung, dass auch Menschen ohne Exilerfahrung beim Lesen dieser Gedichte – nicht nur des einen - so oder zumindest so ähnlich empfinden könnten. Wir befinden uns schlicht und einfach im „weiten Feld“ der deutschen Gegenwartslyrik, hier speziell jener „von den Rändern“, wie sich ein ZEIT-Kolumnist kürzlich ausdrückte.

Bei mir tritt im Beisein dieser Verse das Verständnis in den Vordergrund. Als Aussiedler kann ich intuitiv die Beweggründe für eine solche Lyrik begreifen, obwohl ich zum Mitfühlen meine Phantasie schon ein wenig bemühen muss, wobei ich die Verse eines Miroslav Dusanic von jeder billigen Gefühlsduselei freigesprochen wissen will. Begründbar ist dieses „nur bedingte“ Mitschwingen im sentimentalen Bodensatz einer solchen Lyrik – worin eigentlich ihre Andersartigkeit ruht – einfach durch den Unterschied der Realitätswahrnehmung eines Aussiedlers (zu denen ich mich rechne, wobei ich auch hier unter den Nostalgikern und den Realisten unterscheiden will) und eines Exilanten.

Tod, Himmel, Lyrik und Schweigen können durch wenige Verbindungswörter nur dann zu einer Gefühle auslösenden Symbiose gedeihen, wenn sie einem tiefen Schmerz des Verlustes entspringen. Man darf mir das wirklich glauben, ich kann das ohne besondere Anstrengung (mit dem erwähnten Phantasieimpuls) nachempfinden. Es ist ein ehrliches Tangieren eines Gefühls, das ich besonders bei älteren Menschen aus meinem Verwandten- und Bekanntenkreis kenne: die bis ins Verklärte steigerbare Sehnsucht nach einer verlustig gegangenen Heimat.

Nein, nicht der Ort oder im weiteren Sinn der Raum, ob Bukowina oder Bosnien, brachte eine Rose Ausländer zum Schreiben und treibt einen Miroslav Dusanic zur Feder; es ist der Verlust des Raumes, der Lyrik gebärt. Europa, die alte Dame, ist an den Grenzen der Bukowina und an jenen Bosniens angekommen und wird auch diese Regionen eines Tages zu ihrem Völkerreichtum zählen. Die deutsche Literatur könnte dann aber um einen gefühlsbetonten Themenkomplex ärmer werden.

Anton Potche