уторак, 24. јун 2008.

Miroslav B. Dušanić: Nutzung des Elements Erde bei der Dichterunfruchtbarkeit

Nutzung des Elements Erde 
bei der Dichterunfruchtbarkeit

Die Utensilien: eine kleine Schale
getreidekornerfüllt
ein Kessel voll Erde
ein Zettel mit dem Bleistift
vier Steine und silberne Kerze

Wenn die Tage still sind
und der Himmel weit offen
zünde Kerze an und nimm
eine Handvoll des Getreides
leg es in den Kessel und sprich:

Liebe Erdgeister
die Zeit des Neubeginns
und des Wachstums ist gekommen
mögen diese Samen sich mit eurem
Geiste vereinen und Früchte tragen

Schreibe einen Gedichtentwurf
rolle Zettel und verbrenne
entstandene Asche zu Erde
in vier Windrichtungen hinstreuen
anschließend die Steine hinlegen

Osten-Stein: lichtbringend und ideenreich
sorgt für Wärme und dass es keimt —
Süden-Stein: lebendig und verspielt
bewegt und nach vorne treibt —

Norden-Stein: kopfkühlend und beständig
all Notwendiges analysierend begreift —
Westen-Stein : schattenspendend
bremst und die Geduld schenkt dass es reift —

Miroslav B. Dušanić

© by Xárene's personal cargo
Wenn ich nicht schreiben kann,
dann schreib' ich ab.
Was ich nicht leiden kann,
das schneid' ich ab.
Sag Keiner: Mann-O-Mann,
schrieb' ich nicht ab,
blieb' ich zu knapp!
Was ich gestohlen hab'
wird irgendwann
vergessen dann.
Wenn ich erst schreiben kann
wisch ich Schweiß ab.
Gut, daß ich klauen kann,
sonst ab ins Grab
müßte ich dann,
was ich vermieden hab',
Oh Mann Oh Mann!

© by SuMuze

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Antwort der Erdgeister:

Hier: Nimm deinen Wisch zurück;
Such am andern Ort das Glück.
Jetzt liegt deine Schreinwut brach,
Also schlag bei Goethe nach;
Ändere ein bisschen was,
(Siehst du, das macht richtig Spaß.)
Nimm von Brecht noch ein Zitat,
Fertig ist das Plagiat.

P. Spinger

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Heiterer Gemeinplatz zum Wörterklau
(...jenseits der juristisch sehr vage gefassten
Lage zum Thema „Plagiat“)

In einem Ozean von Klängen und von Worten,
von Geist, Gedanken, Tönen, Bilderfluten,
von euch und uns, von ihnen, diesen, jenen,
von ihr und wir, von massig „du“ und „ich“,
von jetzt, von damals, hier und anderorten,
schwimmt diesseits aller Ewigkeiten,
in myriadenfachen Sinnsegmenten,
Buchstaben-, Klang- und Bilderplankton!
Und dieses einzig:
Nur für mich.

Stupides, Aufgemotztes, Reines,
sehr Kluges auch, tiefgründig Feines,
Gepanzertes und filigran Gereimtes,
ein Satzgewimmel, Klares und Verschleimtes
Zerlesen- und Zerhörtes, planvoll gebauter Stuss,
begnadet hohe Kunst, aus 26 Lettern Sinnvereintes,
durchschwimme ich, bisweilen zaghaft,
vermessen - überheblich, voller Demut!
Und dieses meistens:
Mit Genuss!

Nenn mir die unberührten Wörter,
nenn mir die Sätze die noch keiner sprach,
ich dichte mich entlang am abgespulten Faden,
dem mir vertrauten Rhythmus nach,
und wenn in meinem Satzgespinnst
nur längst benutzte Wortgedanken sich verhaken,
dann wär’s wohl künftig besser ich blieb stumm,
als weiter nur als Wörterdieb in Repetition
(Was reimt sich jetzt? Ach, Mist, verdammt!)
ermüdend wie ein Frosch zu quaken:
Quak – Quak!

Gabriele Brunsch

4 коментара:

Анониман је рекао...

...ich habe selten so aufmunternde, positive Worte auf Deiner Seite gelesen...
Jetzt muss ich mich daranmachen und Steine suchen, vielleicht fällt mir ja danach auch wieder Mal ein Gedicht ein, das die Geistsamen zu düngen vermag, wenn ich die Wortasche in die Welt puste...
Dir ist es auf jeden Fall gelungen mich mit Deinem Ritual zu ver/bezaubern...
Der dunkle Schatten ist flüchtig, und wenn auch ein Zipfel seines Saumes noch an der Haut meiner Schulter leckt, so werde ich mich weiter schütteln und ihn ganz abstreifen, wenigstens für eine Weile...

Aufhorchend
Gabriele

Fabian Tietz је рекао...

Hey Miro,

nun doch auch mal ein Kommentar von mir;-)

Geniale Idee!!

Schöne Grüße
Fabian

Анониман је рекао...

Lieber Miro,
das hat mir doch keine Ruhe gelassen...
Also noch was Scherzhaftes zum Thema:


Heiterer Gemeinplatz zum Wörterklau

(...jenseits der juristisch sehr vage gefassten
Lage zum Thema „Plagiat“)

In einem Ozean von Klängen und von Worten,
von Geist, Gedanken, Tönen, Bilderfluten,
von euch und uns, von ihnen, diesen, jenen,
von ihr und wir, von massig „du“ und „ich“,
von jetzt, von damals, hier und anderorten,
schwimmt diesseits aller Ewigkeiten,
in myriadenfachen Sinnsegmenten,
Buchstaben-, Klang- und Bilderplankton!
Und dieses einzig:
Nur für mich.

Stupides, Aufgemotztes, Reines,
sehr Kluges auch, tiefgründig Feines,
Gepanzertes und filigran Gereimtes,
ein Satzgewimmel, Klares und Verschleimtes
Zerlesen- und Zerhörtes, planvoll gebauter Stuss,
begnadet hohe Kunst, aus 26 Lettern Sinnvereintes,
durchschwimme ich, bisweilen zaghaft,
vermessen - überheblich, voller Demut!
Und dieses meistens:
Mit Genuss!

Nenn mir die unberührten Wörter,
nenn mir die Sätze die noch keiner sprach,
ich dichte mich entlang am abgespulten Faden,
dem mir vertrauten Rhythmus nach,
und wenn in meinem Satzgespinnst
nur längst benutzte Wortgedanken sich verhaken,
dann wär’s wohl künftig besser ich blieb stumm,
als weiter nur als Wörterdieb in Repetition
(Was reimt sich jetzt? Ach, Mist, verdammt!)
ermüdend wie ein Frosch zu quaken:
Quak – Quak!

Миррослав Б Душанић је рекао...

und wenn in meinem Satzgespinnst
nur längst benutzte Wortgedanken sich verhaken,
dann wär’s wohl künftig besser ich blieb stumm,
als weiter nur als Wörterdieb in Repetition


Liebe Gabriela,

Wer wen beklaut...
Wer wem was klaut...
Ist es überhaupt möglich die Sprache zu klauen...
Gibt‘s meine und deine Sprache...
Wer besitzt das Monopol über die Sprache...
(die, die früher als ich geboren und verstorben,
oder mein Nachbar,
weil er bestimmte Wortkonstruktionen verwendete...)
Kann man/darf man „das Allgemeingut“ wie
eine Parzelle Land erben ...
Und...
Und...

Liebe Grüße
@miro